Jubiläum

75 Jahre Münchner Symphoniker

1945 gründete Kurt Graunke kurz nach dem Krieg ein Orchester für München: das damalige Symphonie-Orchester Graunke, die heutigen Münchner Symphoniker. Am 25. September 1945 trat das Orchester mit einem Wohltätigkeitskonzert im Prinzregententheater zugunsten des Bayerischen Roten Kreuzes erstmals auf.

75 Jahre später haben wir in die Saison mit einem Jubiläumskonzert im Prinze begonnen und mit zwei Festprogrammen mit jeweils 200 Personen, darunter Abonnenten, Ehrengäste und Presse, gefeiert.

Auf dem ersten Programm stand das 1945 entstandenen Konzert für Oboe und kleines Orchester von Richard Strauss – ein Werk voller Heiterkeit und Anklänge an Strauss‘ Opern, symphonische Dichtungen und Walzer und stellt höchste Anforderungen an den Solisten. „Das ist sicherlich eine der größten Herausforderungen (…), zählen diese beiden ersten Seiten zum Schwierigsten und Anstrengendsten, was es im normalen Repertoire für einen Oboisten gibt.“ (Albrecht Mayer, Solo-Oboist der Berliner-Philharmoniker.) Unser Solo-Oboist aus eigenen Reihen, Zurab Gvantseladze, hat diesen Part überragend gut übernommen. Darauf folgte Aaron Coplands „Appalachian Spring“, ursprünglich als Ballettmusik komponiert und 1945 als Orchestersuite umgeschrieben, das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde und Copland zum ersten amerikanischen Komponisten mit weltweiter Anerkennung und Popularität machte.

Im Fokus des Programms um 20:30 Uhr stand das an Bekanntheit fast unübertroffene Klarinettenkonzert von Mozart, dessen langsamer Satz auf zahlreichen Sampler- und Filmmusik-CDs zu finden ist und spätestens durch den Kinofilm „Jenseits von Afrika“ berühmt wurde. Sein achttaktiges Klarinettenthema ist in seiner Schlichtheit und Intensität einzigartig. Es ist Mozarts letztes Instrumentalkonzert und stellt höchste technische wie interpretatorische Ansprüche an den Solisten. In unserem Jubiläumskonzert hat sich unserer Solo-Klarinettistin, Nicola Hartwig, dieser Herausforderung gestellt und auf ganzer Linie überzeugt.

Ausführliche Informationen zum Programm, zum Jubiläum und zu unseren Konzerten der Saison 2020/2021 erhalten Sie auch im Tertialheft Oktober 2020.

Auszüge aus den Glückwünschen

"Die Münchner Symphoniker sind ein Juwel im kulturellen Spektrum unserer Stadt. Seit 75 Jahren trügt das Orchester zu Münchens Ruf als Musikmetropole von Weltrang bei. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für die weitere Zukunft."

Katrin Habenschaden, 2. Bürgermeisterin der Stadt München

"Die herzlichsten Glückwünsche zum 75. Geburtstag aus
dem Prinzregententheater! Die Theaterakademie August Everding mit all ihren Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitern freut sich mit den Münchner Symphonikern über diese beeindruckende Zahl und wünscht allen Musikern und Mitarbeitern vor und hinter den Kulissen weiterhin eine glückliche Hand bei der Musikauswahl, viele großartige Konzertabende (allein rund 200 in den vergangenen 15 Jahren im Prinzregententheater) und toi toi toi für die nächsten 75 Jahre!"

Prof. Hans-Jürgen Drescher, Präsident der Theaterakademie August Everding

Münchner Symphoniker

"Liebe Münchner Symphoniker, vielen Dank, dass Sie uns Zuhörer mit Ihrer Musik schon seit 75 Jahren verzaubern – ich gratuliere Ihnen ganz herzlich zu Ihrem Jubiläum. Ich freue mich auf viele weitere Konzerte und eine gute Partnerschaft."

Ralf Fleischer, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse München

"Die Münchner Symphoniker sind für mich nicht nur der Klang meiner Stadt München, sondern auch der Klang der Welt.
Bei jedem Konzert spürt man den Respekt der Musiker vor jeglicher Art von guter Musik. Das macht die Münchner Symphoniker auch nach 75 Jahren zu einem sehr modernen Orchester. Ich gratuliere und wünsche diesem brillanten Orchester gerade in diesen schwierigen Zeiten weiterhin viel künstlerischen Elan und Visionen für die Zukunft."

Thomas Ohrner, Programmdirektor Klassik Radio

Nicola Hartwig

Zurab Gvantseladze

"Ganz generell war es schon mal toll, dass wir endlich wieder im Orchesterverbund proben und auftreten durften, was mir in der vergangenen Zeit wirklich sehr fehlte. Ich hoffe inständig, dass es auch weiter gehen kann ... Nach sechs Monaten, in denen ich nicht auf einer Bühne stand, dann auch noch direkt als Solistin aufzutreten, war ein unvergessliches und berauschendes Gefühl. Ich habe das Mozartkonzert zum ersten Mal mit Orchester gespielt und mich von meinen Kollegen dabei unterstützt und getragen gefühlt. Dennoch war es auch überraschend aufregend, da vorne zu stehen und erforderte ein ungewohnt hohes Maß an Konzentration – immerhin war es auch ein besonderer Anlass für das Orchester und somit eine richtige Ehre für mich. Ich bin glücklich und dankbar!" (Nicola Hartwig, Soloklarinettistin der Münchner Symphoniker)

Kevin John Edusei

Nicola Hartwig

"Es hat sehr viel Spaß gemacht! Ich hatte schon große Angst. Weil ich ein Mitglied des Orchesters bin, wollte ich sehr gut spielen, noch besser als mit einem fremden Orchester. Ich war stolz, dass meine Kolleginnen und Kollegen mit dabei waren. Ich war nicht allein auf der Bühne, das habe ich gefühlt und das hat mir viel Kraft und Freude gegeben. Strauss ist einer meiner Lieblinge, und das Oboenkonzert habe ich das erste Mal mit Orchester gespielt. Es ist wundervoll komponiert, und es steckt sehr viel Kammermusik drin. Du stehst da vorne und spielst solo, aber gibt sehr viele Momenten, da sitzt du wieder im Orchester neben Flöte oder Bratsche und spielst einfach mit. Ich habe es wirklich genossen. Ich bin sehr dankbar, dass ich gefragt wurde und wir uns getraut haben, dieses Konzert zu spielen." (Zurab Gvantseladze, Solooboist der Münchner Symphoniker)

Zurab Gvantseladze

Nicola Hartwig

Zurab Gvantseladze

Nicola Hartwig

Elly Seidl

Jubiläumspralinen von Elly Seidl

Auszüge aus der Presse

"Ins schier Endlose sponn der Oboist die delikaten Kantilenen, die Strauss ihm zugedacht hat, oder hüpfte keck ins nächste Thema. Natürlich kostete er die virtuose Selbstdarstellung aus, bevor er in den Genussmomenten des langsamen Satzes vor sich hinträumte. Edusei ließ sein Ensemble im lichten Satz dieser einer heilen Zeit nachlauschenden Musik als adäquate Partner agieren."(Münchner Merkur)

"Nicola Hartwig, die mit 22 Jahren Soloklarinettistin des Orchesters wurde, tut sich mit ihren Kollegen zusammen, reagiert auf sie, und kann sich mit ihrem warmen, gedeckten Ton und ihrer ansprechenden Phrasierung dennoch als Erste unter Gleichen behaupten. Wenn ein Orchester solche Solisten hat und so sensibel mit ihnen und als Ganzes zusammenwirkt, kann man nur gratulieren – und sich auf die, hoffentlich, nächsten 75 Jahre freuen." (Abendzeitung)

Im Video bei münchen.tv