BERTIN · ADAMS · BEETHOVEN · DUKAS
Es geht zur Sache, wenn faustische Pläne geschmiedet und atomare Schockszenarien Realität werden. In der Ouvertüre zur Oper „Fausto“ und der „Doctor Atomic Symphony“ schildert Louise Bertin die dramatischen Folgen eines Paktes mit dem Leibhaftigen und John Adams die Ent - fesselung elementarster Naturgewalten. Im richtigen Leben geht das selten gut aus, musikalisch aber steckt jede Menge Potential darin. Das beweisen sowohl die Komponistin der ersten franzö - sischen Oper über den Faust-Stoff als auch Altmeister Adams mit seinen ebenso kühnen wie fes - selnden Minimal Music-Patterns. Kühn war zweifellos auch Beethoven, als er seinen Zuhörer*innen in seinem symphonischen Erstling erstmal einen dissonanten Auftakt um die Ohren haute. Das war im wahrsten Sinne des Wortes unerhört! Es blieb allerdings nicht die einzige „Unerhörtheit“, die Beethoven sich erlaubte. Er liefert hier bestes musikalisches Entertainment. Was das bedeutet, wusste auch Walt Disney. Der hat Dukas’ „Zauberlehrling“ als Musik für seinen ersten Trickfilm verwendet. Dukas sorgt eben für beste Unterhaltung und großes Kino – rein musikalisch!
Musik trifft Wissenschaft
In Kooperation mit dem Science Communication Lab des Deutschen Museums verbindet Prof. Dr. Harald Weinfurter, Professor für Experimentelle Quantenphysik an der LMU München, aktuelle Forschung mit den Themen des Konzertabends. Gemeinsam mit Joseph Bastian gibt er eine Einführung in die Werke des Abends in Bezug zur faszinierenden Welt der Quantentechnologie.
Kommen Sie ins Gespräch
Auch im Foyer ist das Deutsche Museum mit zwei Infoständen vertreten. Exponate und Live-Demonstrationen machen die wissenschaftlichen Themen des Abends erlebbar. Entdecken Sie beispielsweise echte Hardware aus der Quantentechnologie oder erleben Sie, wie ein Quantencomputer rechnet, übersetzt in Musik. Wissenschaftler*innen und Wissenschaftskommunikator*innen stehen bereits ab 18:30 Uhr für Fragen und Gespräche bereit.
Musik sichtbar machen: Deaf Performance (Pilotprojekt)
Walter Chiofalo begleitet das Konzert als Deaf Performer. Eine Deaf Performance ist eine eigenständige künstlerische Interpretation von Musik in Gebärdensprache. Musik, Rhythmus und Emotionen werden dabei in visuelle Bewegungen übersetzt.
Mit der Deaf Performance möchten die Münchner Symphoniker neue Formen des musikalischen Erlebens erproben und weitere Zugänge zu klassischer Musik eröffnen.
Programm
Louise Bertin
„Fausto“ – Ouvertüre*
John Adams
„Doctor Atomic Symphony“
Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 1 C-Dur op. 21
Paul Dukas
„Der Zauberlehrling“
*Die Partituren für Bertin’s Fausto wurden vom Palazzetto Bru Zane – Centre de Musique Romantique Française herausgegeben und freundlich zur Verfügung gestellt.
Besetzung
Joseph Bastian, Leitung
Präludium
19:00 UhrKonzerteinführung von Joseph Bastian und wissenschaftlicher Impuls von Prof. Dr. Harald Weinfurter